so eine Scheisse…Tagebucheintrag

TAGEBUCHEINTRAG

18. September 2026

so eine Scheisse...So eine riesengrosse Scheisse...mein Handgelenk ist kaputt.
Ein übersehener Bruch und jetzt nicht mehr reparabel.
Das Stadium der Rekonstruktion ist überschritten.

Es fühlt sich an, als würde meine Welt zusammenbrechen. Doch zumindest gibt es jetzt eine Ursache für meinen Dauerschmerz, der sooft "wegdiskutiert" wurde. Stell dich nicht so an...wird schon wieder...bist halt überlastet...kein Wunder bei dem, was´t alles machst...ist halt psychisch...zu viel am Computer...blablabla...ein scheiss...kaputt ist der knochen und die nerven und und und.
Alles, was mir zutiefst Freude bereitet – meine Bilder, meine Trommel, meine Kreativität – alles, was meine Liebe zum Leben zum Ausdruck bringt, hängt an diesem fucking einen Punkt. Und jetzt? was nun? ich will nicht immer nur positiv sein. nein, es ist eine riesengrosse scheisse.

Es ist schwer, im Vertrauen zu bleiben.
Schwer zu glauben, dass genau dieser Bruch eine neue Welt eröffnen könnte.
Heute bin ich voller Schmerz. Voller Traurigkeit.
Und das ist gut so, es darf sein. auch so ist Leben.

Doch selbst in diesem Moment, in dem alles wehtut, spüre ich irgendwie die Zuversicht. leise und zart präsent:
Die Liebe wird mich tragen.
Der Glaube an etwas, das größer, weiter und tiefer ist, als ich jetzt erahnen kann.

Vielleicht braucht es eben diesen Riss, durch den das Licht fällt.
Vielleicht ist das der Moment, in dem ich noch intensiver lerne, dass Leben nicht perfekt sein muss, um schön zu sein.
Dass Kreativität nicht nur in meinen Händen liegt, sondern in meinem Herzen.
Dass ich auch dann noch ich bin, wenn ich nicht "machen" kann – sondern nur sein.

19.09.2026

Heute ist es gut.
Heute spüre ich.
Heute spüre ich, dass ich auch die Stille bin, die ihn hält.
Heute spüre ich, dass ich mehr bin als dieser Bruch. Heute spüre ich mich so intensiv, dass ich auch diese Traurigkeit und dieser Schmerz bin.

Heute lasse ich den Schmerz zu.
Und heute lasse ich auch die Hoffnung zu.
Die Hoffnung, dass das Leben mich trägt – auch wenn ich nicht weiß, wie.
Dass ich nicht tiefer fallen werde, als in Gottes Mutter Schoss.

UND DOCH...HEUTE TUT ES WEH.